Männer 1: Sieg in letzter Sekunde

In einer an Spannung nicht zu überbietenden Schlussphase sicherten sich die Handballer der HSG Bargau-Bettringen mit einem verwandelten Strafwurf einen wichtigen 25:24 Sieg über die Gäste der SG Herbrechtingen-Bolheim. Der Erfolg im letzten Heimspiel des Jahres war letztlich vom Glück begünstigt, über die gesamte Spielzeit gesehen jedoch verdient.

Beim traditionellen Weihnachts-Fantag in der Bettringer Uhlandhalle erwartete die HSG mit dem Württembergligaabsteiger SG Herbrechtingen/Bolheim die Mannschaft der Stunde. Die Gäste hatten in fünf ihrer letzten sechs Spiele gepunktet und reisten deshalb voller Selbstvertrauen und hochmotiviert zum Stauferlandderby an. Die Hausherren mussten wieder auf Alex Breunig, Bastian Weber und Frank Meis verzichten und wussten, dass ihnen ein enges Spiel bevorstehen würde. Was sich dann aber in den letzten Spielminuten ereignete, hätte Hitchcock nicht besser inszenieren können.

Die Gäste fanden zunächst besser in die Partie hinein, während die Gastgeber in der Abwehr inklusive Torhüter nicht den nötigen Zugriff fanden und in der Offensive viel zu hastig abgeschlossen wurde.
So benötigten die Roten Löwen geschlagene fünf Minuten, um den ersten Treffer zum 1:2 zu markieren. Der Rückstand wurde erstmals in der 10. Minute durch einen verwandelten Strafwurf zum 5:5 Ausgleich egalisiert. Doch die Gäste ließen sich nicht beirren und legten ihrerseits wieder zwei Tore vor. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die schwache Chancenverwertung an diesem Abend das größte Handicap werden sollte. Eine ums andere Mal scheiterten die Bettringer Angreifer in aussichtsreicher Position am besten Herbrechtinger Akteur Torhüter Konkel. Beim Stabde von 8:9 – gleichzeitig die letztmalige Führung der SGHB – nahm Gästetrainer Cosmin Popa eine Auszeit, in der aber HSG-Coach Klaus Schwenk die überzeugenderen Worte gefunden hatte. Denn die Abwehr der Hausherren fand jetzt immer mehr zu ihrer gewohnten Stärke und auch der eingewechselte Torhüter Jannis Brucker konnte einige Würfe parieren und dadurch wichtige Treffer per Gegenstoß einleiten. Mit einer verdienten 15:13 Führung ging es in die Halbzeitpause.

Im zweiten Durchgang waren es erneut die Gäste, die schneller in Tritt kamen. Zwar konnte die Führung zunächst durch Treffer von Spindler und Derst auf 17:14 ausgebaut werden, doch schon in der 37. Minute kam Herbrechtingen-Bolheim zum 17:17 Ausgleich. Ab diesem Moment stand die Begegnung auf des Messers Schneide: Die HSG war optisch überlegen, ging immer wieder mit ein bis zwei Toren in Führung, konnte aber aufgrund einer mangelhaften Chancenverwertung den Sack nicht vorzeitig zumachen. In der 50. Minute markierten die starken Gästen erneut den Ausgleich zum 21:21. Die starke Defensivreihe der HSG sowie Jannis Brucker im Tor sorgten dafür, dass man sich trotz weiterer vergebener Chancen mit 24:22 ein wenig absetzen konnte. Und als dann ein HSG-Akteur hinten das Leder herausspitzeln und alleine auf das gegnerische Gehäuse zulief, schien dies die Vorentscheidung zu sein. Doch wie schon seine Teamkollegen zuvor konnte auch er den Ball nicht versenken und die SGHB markierte postwendend den Anschlusstreffer. Was jetzt folgte, war nichts für schwache Nerven. Die nächsten beiden Angriffe wurden jeweils von den beiden Torhütern pariert und Löwen-Coach Schwenk nahm 17 Sekunden vor dem Ende noch eine Auszeit, um sein Team nochmals zu fokussieren. Die Vorgabe lautete, vorne durch viel Laufarbeit Freiräume zu schaffen und keinen überhasteten Abschluss zu riskieren. Doch exakt dieser Fauxpas unterlief und schon nach zwei Pässen fischten die Gäste den Ball heraus und per Gegenstoß fiel sieben Sekunden vor Schluss tatsächlich der Ausgleich. Die Roten Löwen wollten umgehend reagieren und am Mittelkreis ein schnelles Anspiel ausführen. Dies wurde allerdings von einem Gästespieler verhindert und den Unparteiischen blieb folglich nichts anderes übrig, als vier Sekunden vor dem Abpfiff die rote Karte zu zücken und auf Strafwurf für die Hausherren zu entscheiden. Marcel Spindler zeigte keine Nerven, versenkte den Siebenmeter mit dem Schlusspfiff und löste in der vollbesetzten Uhlandhalle wahre Jubelstürme aus.

Am Ende stand ein 25:24 Sieg gegen einen äußerst starken Gegner auf der Anzeigetafel, der einerseits aufgrund der letzten Sekunden äußerst glücklich, andererseits bei der Vielzahl an besten Chancen auch verdient war. Die HSG Bargau-Bettringen steht nach dem nun dritten Sieg in Folge mit 15:9 Punkten punktgleich mit dem SC Vöhringen auf dem wichtigen 4. Tabellenplatz, der am Ende der Saison für die Qualifikation für die neugeschaffene Verbandsliga reichen würde.

Am nächsten Wochenende steht noch das schwere Gastspiel beim Nachbar SG Lauterstein 2 auf dem Spielplan, ehe sich das Team in die ersehnte Weihnachtspause verabschieden darf.

HSG: Marc Leibner, Jannis Brucker (Tor), Dominik Stehle, Raphael Mayer, Tobias Folter (1), Marius Weber, Julian Weinhold (4/1), Timo Derst (3), Philipp Schwenk (4), Simon Rott (3), Nico Kraus (6/3), Manuel Stelzer (1), Andreas Kohler, Marcel Spindler (3/1)